MARKDORF. Frühstückseier mit aufgemalten Gesichtern, Fußbäder für Firmengäste und Singlekissen mit angenähtem Arm zum Kuscheln: Für solche Ideen wurde das Hotel Bischofschloss in Markdorf am Bodensee jetzt vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg als Dienstleister des Jahres ausgezeichnet.
Das Mindness-Hotel, wie es sich selbst nennt, hat sich zum Ziel gesetzt, seine Kunden zu verblüffen. Der Unternehmer bietet seinen Gästen beispielsweise den „Papa-hast-du-mir-was-mitgebracht-Service" an. „Viele von meinen Tagungsgästen sind Eltern", sagt Bernd Reutemann. Deshalb steht an der Rezeption ein Korb mit kostenlosen kleinen Geschenken für Kinder aller Altersklassen. Außerdem gibt es Gäste des Monats - von den Mitarbeitern gewählt. „Das sind Gäste, die besonders liebenswert oder sympathisch waren - oder die sich über etwas beschwert haben und uns damit die Chance gaben, uns zu verbessern", sagt Reutemann.
Weitere Ideen: Mohrenkopfbrötchen in der Tagungspause, ein Aufzug, der wie eine Dusche aussieht, und eine Webcam im Kühlhaus. Diesen Einfallsreichtum würdigte die Jury des jährlichen Dienstleister-Wettbewerbs als „sehr ausgeprägte und authentisch gelebte Serviceorientierung mit angenehmen kleinen Überraschungen". Das Hotel Bischofschloss hat sich dabei in der Sparte „Vorbildliche Kundenfreundlichkeit" gegen 127 Unternehmen aus allen Branchen durchgesetzt.
Auch mit den Seminaren zum Thema Servicedesign und Unternehmenskultur an der hauseigenen Akademie hat sich das Haus hervorgetan. Diese sei beispielhaft, befand die Jury. Bernd Reutemann gibt seine Service-Idee auch weiter - bei internen Seminaren und externen Vorträgen. Mit rund 90 Veranstaltungen erreicht er 10.000 Zuhörer pro Jahr. Immer mehr Menschen werden auf Reutemanns „merkwürdigen Methoden" aufmerksam. Etwa ein Arzt, der seit seinem Besuch im Bischofschloss die Patienten mit einem Lotterielos für Wartezeiten von mehr als 15 Minuten entschädigt.
Viele Unternehmen holen sich mittlerweile Anregungen aus dem Hotel Bischofschloss: „Im vergangenen Jahr hatten wir viele Ärzte, Optiker, Autohäuser und Verwaltungsmitarbeiter bei uns, die sich bei Seminaren über unsere Servicekultur informiert haben", berichtet Bernd Reutemann.