"Gesunde und schnelle Küche für Mütter im Zeitdruck" - ein Probier-Kurs für die Mitarbeiterinnen des Mehrgenerationenhauses im Lokal "Mundart".
Es scheppert, es zischt - und Bernd Reuteman lächelt dazu. Ganz offensichtlich genießt er die Situation. "Ja", räumt der Hotelier ein, "mit Frauen macht das Kochen noch mehr Spaß als mit Männern". Töpfe, Messer und Pfannen weiß das weibliche Geschlecht in der Regel doch etwas besser zu handhaben. Aber anbieten würde er seinen Kochkurs trotzdem auch für Männer. Und mit einem Augenzwinkern fügt der Chef des "Mundart"-Restaurants und Mindness-Hotels Bischofschloss hinzu: "Da kommen dann die, denen die Frauen davongelaufen sind."
Elf Frauen kamen am Samstagnachmittag in Bernd Reutemanns Küche. Ihnen ging es um die "gesunde und schnelle Küche für Mütter im Zeitdruck." So hieß es in der Ankündigung für den Kurs. An dem für dieses Mal übrigens ausschließlich Mitarbeiterinnen des Markdorfer Mehrgenerationenhauses (MGH) teilgenommen haben. "Wir betrachten dies als Vorlauf", erklärte Renate Hold, die Organisatorin des Herd-Seminars. Bereits im Herbst will das MGH den gesunden Schnell-Küchenkurs mit Bernd Reutemann und seinem Koch Christian Olberg für die Öffentlichkeit anbieten, so stand es am Samstag recht rasch fest. Denn noch bevor alles gar war, war klar, dass der Kurs funktioniert.
Schwarz auf weiß nach Hause tragen wollte dies Ina Fleck. Die junge Frau notierte die Tipps des Gastronomen im Block. Der Einsatz von Sprossen war da festgehalten. Etwa, dass Rote-Bete-Sprossen viel interessanter munden als die Knollen selber.
Fast im Handumdrehen. Tatsächlich werden es einige Drehungen mehr, wie Koch Reutemann zeigt. Schurrend häckselt die Küchenmaschine auf dem stählernen Arbeitstisch die hineingeschütteten Zutaten klein und immer kleiner. Gemüsestücke, die sobald sie nur noch Brei sind, zum Abtropfen in ein Tuch kommen - "ein altes T-Shirt oder ein alter Strumpf tut"s besser", erklärt der Meister. Anschließend geht es in den offen bleibenden Herd, wo weitere Restfeuchte entzogen wird.
"Alle 14 Tage Produktionstag", verheißt das Blatt mit den Ratschlägen vom Profi. So werden Kosten gespart. Zeitersparnis bringt das Kochen möglichst großer Portionen, die dann zum Teil in die Tiefkühltruhe wandern. Ähnlich entlastend sind Eintopfgerichte. Und um Entlastung ging es den elf Kursteilnehmerin. "Uns geht es doch allen gleich", so Renate Hold, "bis 12 arbeiten wir - und dann sollen wir in einer halben Stunde ein leckeres Essen zaubern." Dass das auch ohne Hexerei geht, zeigten die ganz entspannt hantierenden Köche.